Dienstag, 22. April 2008

Tanz

Lang nicht mehr gebloggt. Nun gut, hier was Neues:
Seit letzten Sommer tanze ich. Nein, nicht frühmittelalterlichen Tanz, denn den hat es zwar bestimmt gegeben, aber darüber weiß man leider nicht genug. Sondern Tänze aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, das meiste also Renaissancetänze.

Dass das großen Spaß macht, kann man auf diesen Bildern hier sehen (geschossen von Herrn Borre auf dem Mittelaltermarkt in Berlin-Schönholz am 20. April 2008):
Tanz Upon a Summers day
Upon a Summer's Day, Hauptprobe

Pferdebranle
Fröhlich hüpfende Pferdchen: die Branle des Chevaux

Allemande
Du tanzen deutsch? Die Allemande!

Chapeloise
Wehende Gewänder bei der Chapeloise

Und hier noch eine Impression eines Experiments: ich hab mich an einer Frisur versucht, die den Abbildungen aus der Wikingerzeit ähnlich sieht. Nennen wir es einen Wikingerknoten - hier in Bewegung durch den Tanz:
Haarknoten und Pferdeschwanz Wikinger

(hier zum Vergleich eine Abbildung)

Donnerstag, 26. Juli 2007

21./22.7. Tilleda "Theophanus Fest"

Während Herr Borre fleißig war, vergnügte sich Lunula auf der Pfalz Tilleda im Harz. Eine sehr schöne Anlage, mehr darüber hier - und einige Berichte davon hier.

Hier eine äußerst subjektive Bildergalerie, die sich weniger an den Highlights der Veranstaltung orientierte, sondern mehr an dem, was ich nach dem Wochenende in meiner Kamera fand.

Eine Fenchelpflanze im Kräutergarten. Rechts das Grubenhaus, links hinten das große neue Bauernhaus, auf dessen Dachboden wir Zeltlosen schliefen:

Bauernhaus und Grubenhaus

Hier das Lager der Gruppe Huginn, vom Belagerungsturm aus gesehen. Im Hintergrund der Kyffhäuser mit dem Denkmal, ganz unten ist ein Teil des Rammbocks zu erahnen.

Lager

Besagte Gruppe buk für die Besucher leckeres Pfannenbrot:

Brotteig ruehren bei Huginn

Claudia schärt die Kette für den Gewichtswebstuhl:

Claudia beim Schaeren

....und webt anschließend im Weberhaus - man erkennt, dass die Kanten des gewebten Bandes brettchengewebt sind:

Gewichtswebstuhl

Ich hingegen führte Spinnen und Wollekämmen vor - am Samstag draußen, am Sonntag wegen Regens im Webhaus:

Spinnen mit der Handspindel

Ach ja, und dann nahm ich noch an der Bestattung einer wohlhabenden Slawin teil *grins* - dafür war eine kleine Grabkammer aus Steinplatten rekonstruiert worden, mit einer extra Nische für den Kopf:

Kammergrab mit Bestattung

Da man mir freundlicherweise ein Auferstehungsei mit ins Grab gegeben hatte, konnte ich diesem aber wieder entsteigen.... also keine Sorge, ich lebe noch (oder wieder? *grübel*.....)

Mittwoch, 4. Juli 2007

Das Mittelalter ruft - auch dieses Jahr

Da die netten Leute vom Wasserturm irgendwie immer noch keine brauchbare Website haben, versuch ich es mal hier.

Aaaaalso *räusper*:
Am Wochenende 14./15. Juli 2007, jeweils ab 12 Uhr, findet in Berlin-Kreuzberg am Wasserturm und drumherum (Kopischstr. 7, Ecke Fidicinstr., U Platz der Luftbrücke) wieder mal das Multiperiod-Multikulti-Mittelalter-Straßenfest statt.

In der Woche davor und in der Woche danach (9.-12.7., 17.7.-19.7.) gibt es täglich Ferien-Kinderbespaßung mit Mittelalterflair, mit Basteln, Ritterspielen etc. Für die Aktionen unter der Woche ist Voranmeldung erforderlich. Für das Straßenfest natürlich nicht.

Hier ist der Flyer mit den Kontaktdaten: Kreuzberg-Wasserturm-2007 (pdf, 94 KB)

Ach, und am Samstag abend wird es eine nette kleine Tanzvorführung geben *hüstel* ... und am Sonntag noch eine Modenschau...
Ich werde da sein.

Mittwoch, 30. Mai 2007

Archeon Pfingsten 2007

Statt vieler Worte hier einfach ein paar Impressionen von unserem Aufenthalt im Archeon über die Pfingsttage.


Hier die bei Teilnehmern wie Besuchern sehr beliebte Seilfähre:

Wikinger auf dem Floss


Ein Wikingerschiff wird getauft:

Martin tauft die "Ferry" mit Met


...und die Jungfernfahrt

Martin rudert die "Ferry"


Verkaufsgespräch an einem Händlerzelt:

Vlads Stand


Unser Lager - übers Wasser gesehen:

Unser Lager, quer über den Teich gesehen


Der Fotograf und die Silberknoterin kurz vor dem mörderischen Duell:

Duell


Und die singenden Mönche vor dem Hochmittelalter-Kloster:

Die singenden Moenche

Schön wars!

Dienstag, 1. Mai 2007

Ich und das Jakobsschaf

Zur Erinnerung: Vor gut einem Jahr fuhr die ReEnActress nach Wittmund, um Schafe zu kitzeln und beim Scheren dabeizusein.
Dabei nahm ich mir ein Vlies von einem Jakobsschaf mit - also einen Sack Wolle genau von einem Schaf.
Bei Jakobsschafen sind nicht nur die Hörner faszinierend, sondern auch das hübsche lange, schwarzweiß gescheckte Fell:

Jacobs-Schafbock

- und ich dachte mir, es könnte reizvoll sein, mal mit solcher Wolle zu arbeiten. Und außerdem hatte ich, die ich bisher nur fertig kardierte Wolle gekauft hatte, den Ehrgeiz, einmal den gesamten Aufbereitungsprozess "ab Schaf" mitzumachen.

Da das Frühjahr 2006 - man kann sich kaum noch dran erinnern - eher kalt und feucht war und meine Gastgeberin daher im Mai, als ich dort war, erst mit dem Scheren begann, gehe ich davon aus, dass "mein" Vilies schon vom Vorjahr stammt. Es dürfte also jetzt, da ich es mit einem Jahr Verspätung ausgepackt habe, schon knapp zwei Jahre auf dem Buckel haben... naja, irgendwie ergab sich vorher keine Gelegenheit. Oh Wunder: Von Motten und so was ist es verschont geblieben, und es machte auch sonst noch einen guten Eindruck. Also frisch ans Werk. Schließlich haben wir den Tag der Arbeit.

Erster Schritt: Sortieren

Wolle sortieren

Zunächst sollte das Vlies von allem befreit werden, was sich nachher nicht mehr verarbeiten lässt, also manuell herauszupfbare Verunreinigungen und Wollfasern, die so kurz oder so verdreckt sind, dass sie die Mühe nicht lohnen. Besser man entfernt sie vorher, denn spätestens beim Kardieren müsste man den Kram eh wegwerfen, daher sollte man das Zeug lieber früh loswerden.
Einiges ist einfach, z. B. große Dreckklumpen (von denen es zum Glück kaum welche gab) und diese typischen kleinen 1 - 2 cm langen Nachschnittflümmchen (von denen ziemlich viel dabei war). Aber wie erkennt man, welche Verunreinigungen (z. B. die hart zusammengeklebten Faserspitzen) sich noch rauswasschen? Und ab welcher Faserlänge lohnt es sich, die Flocken zu behalten?
Learning by doing: in der ersten Fuhre war noch einiges drin, was ich ab dem zweiten Mal schon aussortierte. Ich habe schlauerweise nämlich nur so lange sortiert, bis ich genug für den ersten Waschgang zusammen hatte und dann weitersortiert, so lange die erste Ladung schon einweichte.

Zweiter Schritt: Waschen

Wolle waschen

Einen Wäschekorb voll sortierter Wollflocken warf ich also in eine Babybadewanne mit heißem Wasser und Waschsoda. Entgegen einiger Vorurteile kann man Wolle heiß waschen, man darf sie nur nicht "erschrecken", also z. B. nicht heiß waschen und dann kalt spülen, sonst filzt sie. Und mein Durchlauferhitzer schafft eh nicht mehr als 40°. Diese Temperatur ist aber auch sinnvoll und man sollte die Wolle rausholen, so lange das Wasser noch warm ist, damit das gelöste Fett sich nicht gleich wieder an der Wolle absetzt. Übrigens wirkt die Soda sehr entfettend, wer also das Lanolin in der Wolle behalten möchte, sollte ein anderes Waschmittel nehmen.

Dritter Schritt: Nachspülen

Nach dem Waschen dreckige Bruehe

Meine Sorge, wie ich die Fasern ohne Sieb wieder aus dem Wasser kriege, erwies sich als unbegründet: die langen Fasern ließen sich in einem dicken Kloß aus dem Wasser ziehen, so dass ich das Wasser abgießen konnte, ohne Wolle zu verlieren.
Vorne im Bild die nasse Wolle, hinten die Badewanne mit dem Waschwasser. Dessen Farbe zeigt, dass noch mindestens zwei Gänge (warm) Nachspülen notwendig waren...

Vierter Schritt: Zupfen und Trocknen

Zum Trocknen sortiert in schwarz und weiss

Ich habe erwogen, die Wolle in der Waschmaschine im Schongang zu schleudern (ohne Spülen), habe aber drauf verzichtet, da ich die Wolle nicht lose in die Machine geben wollte und andererseits befürchtete, dass es, wenn ich sie in einen Bettbezug o. ä. packe, zu viel Unwucht gibt. Also nur locker ausgedrückt, dann die Locken ein bisschen auseinandergezupft , damit es besser trocknet. Ich habe dabei schon versucht, die weißen und die dunklen Locken zu trennen. Ganz ist es mir nicht gelungen, wahrscheinlich geht das besser, wenn die Wolle wieder trocken ist. Und ganz perfekt schaff ich es vermutlich nicht.
Das Verhältnis schwarz zu weiß ist etwa 1:3.

Fünfter Schritt: Warten...

Jetzt muss ich nur noch warten, bis die Wolle trocken ist, und sie dabei ab und zu in den Faltkisten wenden, da sie im Moment halt noch recht nass ist. Die Faltkisten habe ich gewählt, weil sie seitlich gelocht sind und so die Luft zirkulieren kann. Lieber wären mir Kisten gewesen, die auch am Boden (kleine) Löcher haben, aber so was habe ich nicht auftreiben können.
Ich habe mich dagegen entschieden, die Wolle auf dem Balkon zu trocknen. Nicht dass noch eine vermehrungsfreudige Motte ihre Eier reinlegt.... Zum Glück ist die Luft in meiner Wohnung trocken genug, dass ich es auch hier drin machen kann.

Ergebnis eines arbeitsamen Tages

Ich habe heute das gesamte Vlies sortiert, etwa 40% gewaschen, alles Unschöne weggeworfen und den Rest wieder gut verpackt. Eine ziemliche Plackerei. Das Sortieren dürfte allerdings mit der Zeit deutlich schneller gehen, wenn man weiß, was man brauchen kann und was nicht.
Mir scheint allerdings, dass der Arbeitsaufwand des Sortierens und Waschens von Wolle beträchtlich ist. Dazu kommt ja dann auch noch das Kämmen oder Kardieren. Es dauert also ganz schön lange, bis die nicht von Maschinen unterstützte Textilherstellerin überhaupt erst zur Spindel greifen kann.

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Ive learn some excellent stuff here. Certainly worth...
Smithk712 (Gast) - 2014/07/03 12:56
Tolle Infos
Danke für die tollen Infos. Da weiß ich ja, auf was...
Isabel (Gast) - 2013/05/15 11:15
ooops
das erklärt einiges... mich nerven die verwahrlosten...
irka (Gast) - 2012/04/11 21:48
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Es gibt wohl wirklich keine Benachrichtigungen von...
comusywa - 2012/03/21 15:11
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So, hier noch einige wichtige zusammenfassende Bemerkungen...
lunula - 2012/03/18 15:59

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