Sonntag, 14. Mai 2006

Slawen - Darstellung und Recherche

Ich habe am Anfang dieses Blogs, nämlich hier und hier, schon mal beschrieben, wie ich überhaupt auf die Idee mit dem Reenacten gekommen bin und was für Kriterien bei der Entscheidung, wen ich denn nun darstellen wollte, eine Rolle spielten.
[Bei dieser Gelegenheit ist mir übrigens auch aufgefallen, dass ich meinen zweiten Bloggeburtstag verpennt habe. Aber sonst hats ja auch keiner gemerkt. Seufz.]

Mehr habe ich dann zu diesem Thema eigentlich nicht mehr geschrieben, obwohl es spannend ist. Aber viele Motive und Entscheidungen macht man sich ja selber nicht so ganz klar, und einiges ergibt sich auch einfach so.

Das Resultat meiner anfänglichen Überlegungen war jedenfalls, dass ich nun schon seit etwas über zwei Jahren eine Wikingerin darstelle. Die Darstellung von Wikingerinnen hat viele Vorzüge:
  • es gibt - im Vergleich zu anderen Zeiten, Regionen und Gruppen - sehr viele und gut dokumentierte Funde,
  • diese Funde geben ein gutes Bild über das Aussehen zumindest von wohlhabenden Wikingerinnen, so dass die Gestaltung "typischer" Gewandung relativ einfach ist (Schürze, Broschen etc.),
  • außerdem haben diese Funde auch den Vorteil, dass man viel über Handwerk der Wikingerzeit weiß, so dass es relativ einfach ist, etwas zu finden, was man vorführen bzw. herstellen kann (z. B. Brettchenweben).
Diese Vorteile leuchten allerdings vielen anderen Leuten auch ein und führen dann dazu, dass in Deutschland inzwischen vermutlich mehr Wikinger-Reenactors und -actresses herumlaufen als sich jemals "echte" Wikinger gleichzeitig auf dem entsprechenden Gebiet aufgehalten haben...

Relativ früh in meiner "Karriere", nämlich im August 2003 schon, war ich in Wolin und las über die Hafenstadt Wolin im Frühmittelalter. Ich fand die Berichte faszinierend von einer Stadt, in der Slawen, Wikinger und Franken, Heiden und Christen friedlich zusammen wohnten und Handel trieben (zumindest haben das die zeitgenössischen arabischen Reiseschriftsteller behauptet), und außerdem lag Wolin geographisch und gefühlsmäßig näher als z. B. Birka oder Haithabu.

Mein Entschluss stand also fest: Ich stelle eine Frau aus Wolin im 10. Jahrhundert dar!

Wikingerklamotte ist da erst mal in Ordnung, denn in Wolin hat man nciht nur fleißig Handel z. B. mit Birka getrieben, sondern dort haben auch Wikinger gelebt. Also die üblichen Wikingerkleider und -schürzen angefertigt und den Schmuck auch wikingerzeitlich ausgesucht. Meine Schmuckstücke sind Repliken im Jellinge- und Borrestil, wie sie im 10. Jahrhundert von Wikingerinnen im Ostseeraum getragen wurden. Passt.

Dazu habe ich mir aber auch schon recht bald und dann immer wieder Schmuckrepliken aus dem slawischen Raum zugelegt. Am wichtigsten natürlich die Lunula-Anhänger, die typisch slawisch sind und denen ich meinen Blognamen verdanke (siehe das Bildchen in der Titelzeile dieses Blogs), dann wunderschöne Glasperlen aus Staraja Ladoga und einige Schläfenringe.

Hm. Aber da kam ich dann ins Grübeln. Kann ich denn so einfach eine Lunula an eine Wikinger-Glasperlenkette hängen? Gab es das, ich meine, eine Slawo-Wikingerin sozusagen?

(Fortsetzung folgt... irgendwann...)

Mittwoch, 12. April 2006

Uiuiui...

morgen gehts los! Ich bin schon ganz aufgeregt, das erste richtige Lager im Jahr! Einen klitzekleinen Markt haben wir ja schon vor drei Wochen besucht, aber da konnten wir nach einigen Stunden wieder heim in die warme Wohnung fahren. Aber jetzt über Ostern wirds ernst: von Karfreitag bis Ostermontag im derzeit recht kühlen Nordostdeutschland... Auf jeden Fall viiiel wollene Sachen einpacken.
Leider ist mein schöner neuer Wollmantel nicht rechtzeitig fertig geworden. Aber vielleicht kann ich ja dran weiternähen, während ich ihn trage? *grübel*
Na, Hauptsache, die Saison fängt wieder an.

Dienstag, 4. April 2006

So, jetzt zeig ich sie...

...meine neue Tonwirtelspindel. Die hab ich bei Frau Ignorat gegen eine Nadelbindenadel getauscht. Ist sie nicht schööön?

Spindel mit weissem Tonwirtel und brauner Wolle

Hm, ich hab ja schon eine andere Tonwirtelspindel. Und es ist gut, welche zu haben, weil diese Form von der Antike bis zum Hochmittelalter sehr gebräuchlich war und die von mir sonst sehr geschätzten Kopf(Hochwirtel)- und Kreuzspindeln nun mal leider nicht historisch belegt sind, ich also nur zu Hause damit spinnen darf...
Bis jetzt war ich ja immer der Meinung gewesen, dass ich mit Tonwirtelspindeln nicht gut spinnen kann. Aber siehe da: man muss sie nur ein bisschen anders handhaben als die anderen und dann läuft es auch gut - und die "Neue" kann wunderschön dünn spinnen. Dabei hatte ich in Homberg nur die Wolle dabei, die ich eigentlich gar nicht so gerne mag.

Ähm. Also um ehrlich zu sein: in diesen glücklichen, ausgeglichenen, zufriedenen Zustand geriet ich erst, nachdem ich meine Umgebung mindestens eine Stunde lang mit lästerlichen Flüchen unterhalten hatte, weil das Ding erst mal gar nicht so wollte wie ich. Inzwischen sind wir aber Freunde geworden.

2. Nadelbindertreffen in Homberg/Efze

Hach, war das schön, soo viele nette Leute aus dem letzten Jahr wieder getroffen und dann gleich noch neue nette Leute kennen gelernt. Und Nadelbinden bis zum Abwinken (nee, ich wink noch nicht ab, ich könnt grad so weitermachen...), aber auch Spinnen, Färben, Kardieren, Nähen..!
Auf dieser Seite hier wird es wohl keinen ausführlichen Bericht vom Treffen geben - aus einem einfachen Grund: Den gibt's schon, und er wird hoffentlich noch mehr werden. Das Live-Bloggen vom Treffen war leider nicht von Dauer, da uns am zweiten Tag irgendwie das WLAN abhanden kam (irgendein Evangele hatte wohl den Router ausgeschaltet oder so). Aber das lässt sich ja alles nachbloggen.
Hier ist das Blog vom Nadelbindertreffen.
Und ich habe eine wunderhübsche neue... nein, das verrate ich erst später!

Sonntag, 29. Januar 2006

Neu bei Lunula: Größere Blogroll!

Ja, ich lebe noch, und ich habe auch das Passwort für mein Blog nicht vergessen, es war nur soo vieles andere los.

Ich habe nun die Links zu anderen und befreundeten Blogs etwas umgebastelt: hier auf der Frontseite gibt es nur noch ganz wenige, dafür hab ich jetzt eine größere, nach Themen sortierte Blogroll hier. Ihr kommt auch hin, wenn Ihr in der rechten Spalte unter "Hinein ins Leben" auf "+Blogroll" klickt. Viel Spaß!

Dienstag, 22. November 2005

Abenteuer Mittelalter

Und wieder ein neuer Versuch einer historischen Doku-Soap, diesmal über das Leben im Jahre 1417. Arte zeigt diese Woche - vom 21. bis 25. November - täglich um 20:15 das Leben auf einer Burg in Thüringen. Infos gibt es hier.

Nachdem ich heute reingeschaut habe, denke ich, man kann das Ganze schon empfehlen. Es wird tatsächlich versucht, ein realistisches Bild zu zeichnen, zum Beispiel hat nicht nur das Gesinde, sondern auch der Herr so seine Pflichten und Mühen, und die Leute reden auch alle kein Blech. Die Sendung ist um Klassen besser als das unsägliche Zeug, das damals in einem Privatsender lief, und meines Erachtens auch besser als z. B. die Olympia-Soap auf Arte im letzten Jahr.

Nun aber auch zu den negativen Aspekten. Ist es lustig, Leute in Situationen zu bringen, in denen sie nur verlieren können, und ihnen dann beim Scheitern zuzusehen? Offenbar ja, jedenfalls besteht ein großer Teil aktueller Fernsehshows aus so was (Marke Frauentausch, versteckte Kamera....). Das hat aber nix mit dem Alltag im Mittelalter zu tun. Warum werden bei so was grundsätzlich Leute gecastet, die zwar motiviert und sympathisch sind, aber z. B. noch nie in ihrem Leben, auch nicht mit moderner Technik, ein Brot gebacken haben? Dass führt dann nur zu peinlichen Situationen. Mit dem realen Leben im Mittelalter hat es rein gar nichts zu tun. Denn die Leute lernten diese Fertigkeiten von klein auf und konnten sie dann auch wieder jüngeren Leuten beibringen.

Für eine realistische Darstellung des Lebens im Mittelalter wäre es sicher nicht schlecht, die Darsteller vorher eine Weile üben zu lassen oder Leute zu casten, die zumindest schon mal Brot gebacken, eine Kuh gemolken, einen Baum gefällt etc. haben. Es wird dann schon schwierig genug, das alles auch mit einfachen Mitteln zu machen.

Ich hoffe, man erhält auch noch die Gelegenheit, die Freude und den Stolz in den Augen der Magd zu sehen, wenn sie es dann schafft, ein gutes Brot zu backen... schließlich wollen wir doch nicht, dass alle glauben, das Leben im Mittelalter wäre nur grauenhaft gewesen, nicht wahr, Frau Muse?

Trotzdem: Es lohnt sich durchaus, die Sendung anzuschauen. Von allen bisherigen Geschichte-Doku-Soaps gefällt mir diese jedenfalls am besten.

Meine lebende Geschichte

living history for beginners

Willkommen bei lunula

Du bist nicht angemeldet.

Suche bei lunula

 

Geschichte und Leben

John
Ive learn some excellent stuff here. Certainly worth...
Smithk712 (Gast) - 2014/07/03 12:56
Tolle Infos
Danke für die tollen Infos. Da weiß ich ja, auf was...
Isabel (Gast) - 2013/05/15 11:15
ooops
das erklärt einiges... mich nerven die verwahrlosten...
irka (Gast) - 2012/04/11 21:48
Mensch muss immer nachschauen
Es gibt wohl wirklich keine Benachrichtigungen von...
comusywa - 2012/03/21 15:11
Reise nach Rom - Essentials
So, hier noch einige wichtige zusammenfassende Bemerkungen...
lunula - 2012/03/18 15:59

Frühgeschichte

Online seit 8088 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2015/09/26 10:26

Zähler

Credits


Anspruch - Aufbruch - Schiffbruch
Auf Reisen
Blogroll
Das Poi Projekt
Die Provinzler kommen nach Rom
Here comes the ReEnActress
Keramik
Kopfputz und Haartracht
Museumsreif
Nadelbindung
Notizen aus der Provinz
off topic
out of era
ReEnActress-Glühbirnenwitze
ReEnActress-Lexikon
Schafiges und Wolliges
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren