Montag, 30. März 2009

Bilder im Kopf

Wenn man ein Buch liest, hat man eine bestimmte Vorstellung, wie das Beschriebene ausgesehen hat. Optische Eindrücke von außen scheinen aber stärker als die eigenen Bilder zu sein. Seit der Jackson-Verfilmung vom Herrn der Ringe sind die Bilder dieses Films in den Köpfen der Tolkien-Leser und prägen die Vorstellung auch vom Buch.
Und das funktioniert bei guten wie bei schlechten Bebilderungen.

Ein Teil dessen, was die, nennen wir sie belegorientierte Fraktion der Markt-Fraktion immer vorwirft, ist, dass sie beim Besucher ein falsches Bild "so war es im Mittelalter" nicht nur nebenbei, sondern teilweise bewusst und gewollt erzeugen.

Aber auch für die belegorientierte Fraktion ist das mit den Bildern im Kopf ein Problem.
Wenn ich mich z. B. mit einer Wikinger-Hängerock-Klamotte in ein Museum stelle, erkläre ich Besuchern sehr gern, auf welcher Basis dieses Kleidungsstück entstanden ist: dass man die Form aus einigen kleinen Fragmenten und einigen sehr schematischen Abbildungen rekonstruiert und dass es nur eine von mehreren möglichen Versionen ist.
Aber ich denke, selbst wenn der Besucher aufmerksam zuhört, wird das Bild stärker sein als die Erklärung, und die Vorstellung "so sah eine wikingerin aus" in seinem Kopf hängen bleiben.

Eine Lösung dieses Dilemmas? Habe ich auch nicht, und ich denke, es ist keine Antwort, auf Rekonstruktionen komplett zu verzichten oder andererseits sich irgendwas zusammenzubasteln nach dem Motto "man weiß es ja eh nicht genau, also kann ich machen, was ich will".... Auf jeden Fall lohnt es, mal über die Problematik nachzudenken...

Sonntag, 15. Februar 2009

Heute im Museum

... don't feed the neandertalers!
Schild mit der Aufschrift Bitte das Zelt nicht betreten und die Neandertaler nicht streicheln! Danke

Mittwoch, 28. Januar 2009

lebwohl Poi-Projekt

Lilja hat mich mit diesem Kommentar daran erinnert, dass da ja noch was war in meinem Blogleben.... aber der Reihe nach:

Anfang 2004 stieg ich ins aktive "Lagerleben" ein, d. h. ich fuhr auf "Mittelaltermärkte" und ähnliche Veranstaltungen als Teilnehmerin. Dort lernte ich u. a. eine nette Frau kennen, die Feuershows vorführte, und sah ihr beim Üben mit ihren Pois zu.
Für mich war das aus vielen Gründen faszinierend. Erstens sieht es super aus. Zweitens ist es sozusagen eine Variante des Jonglierens, bei dem nichts runterfallen kann, was für einen Blindfisch wie mich sehr interessant ist. Drittens ist es sehr angenehm gegen verspannte Rückenmuskeln.

Ich stieg also begeistert ins Poi-Schwingen ein und begann hier vollmundig ein Poi-Projekt auszurufen. Leider stieß ich bald auf mehrere ernüchternde Erkenntnisse:
  • Pois haben nichts, aber auch gar nichts mit europäischem Mittelater zu tun, sind somit im darstellenden Hobby nicht verwendbar.
  • Poischwingen ist nicht "bloggable", wenn man nicht einen filmenden Assistenten hat und videobloggen will. Der Fortschritt eines Projekts, bei anderen Dingen (z. B. Herstellen von Kleidung u. dgl.) so geeignet zum Bloggen, lässt sich kaum beschreiben und kaum befriedigend abbilden. Postings wie "Hurra, ich kann Figur Soundso!" sind irgendwie sinnfrei.
  • Zum Üben braucht man Platz, also am besten im Freien, ohne Hindernisse oder Passanten und bei akzeptabler Witterung... was die Übungsfrequenz stark einschränken kann.
Darum ist aus meinem Poi-Projekt nix geworden. Ich habe die K*widos noch, ich träume immer noch von etwas angenehmeren Modellen, ich werde sicher auch noch mal damit spielen... aber das Poi-Projekt in diesem Blog ist hiermit offiziell für beendet erklärt.

Besuchern, die auf der Suche nach Infos zum Thema hierher kamen, rate ich, die anderen Eintragungen auf ihrer Suchmaschinen-Liste auszuprobieren. Es gibt ein paar tolle Anleitungsseiten im Netz.

Freitag, 17. Oktober 2008

noch ne Ausstellung....

In Essen, 20.10.2008 - 11.01.2009
http://www.goldvorschwarz.de

klingt superspannend, ob ich es schaffe, hinzukommen?

Danke an Aufifex für den Hinweis!

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Multiperiod

Bezeichnung für Darsteller, die "mehrere Zeiten" machen, also z. B. Frühmittelalter - Hochmittelalter - Römer - Hallstattzeitkelten - 18. Jahrhundert.
Oder für Veranstaltungen, auf denen mehr als eine "Zeit" dargestellt wird.

Eine ähnlich griffige Bezeichnung für Menschen, die mehrere verschiedene Darstellungen für ein und die selbe Epoche machen (wie ich z. B. Skandinavierin und Westslawin), gibt es anscheinend nicht.

Leute, die Wert auf vollständige Ausrüstung legen, haben bei Multiperiod ziemlich viel zu tun, wenn für jede Epoche nicht nur die komplette Klamotte, sondern z. B. auch Essgeschirr und dergleichen vorhanden sein soll.

Warum Multiperiod?
Positiv formuliert: weil verschiedene Epochen ihren jeweils ganz eigenen Reiz haben;
Negativ formuliert: weil man bei jeder coolen Party dabei sein will....

*grübel*

Meine lebende Geschichte

living history for beginners

Willkommen bei lunula

Du bist nicht angemeldet.

Suche bei lunula

 

Geschichte und Leben

John
Ive learn some excellent stuff here. Certainly worth...
Smithk712 (Gast) - 2014/07/03 12:56
Tolle Infos
Danke für die tollen Infos. Da weiß ich ja, auf was...
Isabel (Gast) - 2013/05/15 11:15
ooops
das erklärt einiges... mich nerven die verwahrlosten...
irka (Gast) - 2012/04/11 21:48
Mensch muss immer nachschauen
Es gibt wohl wirklich keine Benachrichtigungen von...
comusywa - 2012/03/21 15:11
Reise nach Rom - Essentials
So, hier noch einige wichtige zusammenfassende Bemerkungen...
lunula - 2012/03/18 15:59

Frühgeschichte

Online seit 8082 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2015/09/26 10:26

Zähler

Credits


Anspruch - Aufbruch - Schiffbruch
Auf Reisen
Blogroll
Das Poi Projekt
Die Provinzler kommen nach Rom
Here comes the ReEnActress
Keramik
Kopfputz und Haartracht
Museumsreif
Nadelbindung
Notizen aus der Provinz
off topic
out of era
ReEnActress-Glühbirnenwitze
ReEnActress-Lexikon
Schafiges und Wolliges
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren