Sonntag, 18. März 2012

Reise nach Rom - Essentials

So, hier noch einige wichtige zusammenfassende Bemerkungen und Hinweise zum Thema "was passiert, wenn zwei Provinzialrömerdarsteller mit zwei Provinzialrömerdarstellerhasen nach Rom kommen".
  • Es empfiehlt sich der Kauf eines "Roma Pass": gilt drei Tage, gilt im ÖPNV und in vielen Museen, die ersten beiden Museen freier Eintritt, alle weiteren ermäßigt, eigene Schlange im Kolosseum.
  • Nur an wenigen Orten ist Fotografieren verboten (z. B. in der Sixtinischen Kapelle). In den meisten Kirchen und Museen ohne Blitz erlaubt.
  • An einigen Museen und Kirchen ist Sicherheitskontrolle mit Taschendurchleuchtung (harmlos), in manchen Museen müssen Rucksäcke abgegeben werden. Vernünftig.
  • Die gesehenen "Antikensammlungen" (und vermutlich noch einige mehr) sind primär kunsthistorisch ausgerichtet. Fürs Hobby sind an den Skulpturen und Büsten spannende Bekleidungsdetails zu finden, in den Inschriften interessante Geschichten. Aber Alltagsgegenstände vom Öllämpchen bis zum Gladius haben wir praktisch gar nicht gesehen (wer einen Tipp hat, in welchem römischen Museum man solche Dinge finden kann, immer her damit fürs nächste Mal!!!)
  • Ein vollständiges Bild davon, wie die römischen Bauten vor allem von innen ausgesehen haben, erschließt sich erst dann, wenn man die Kirchen besichtigt. Sie sind oft noch stark an antike Hallenbauten angelehnt oder auf / in diesen errichtet. Die Innenausstattung der Paläste und Tempel, sowohl Säulen als auch Marmorverkleidungen, ist in die Kirchen gewandert.
  • Die Beschriftungen in Museen sind zum Teil sehr überarbeitungsbedürftig, aber immer italienisch und englisch. Viele Museen haben Audioguides, über die ich nichts sagen kann, wir haben sie nicht genutzt.
  • Kirchen kosten keinen Eintritt, es sei denn, es gibt noch einen archäologischen Teil. In einigen Kirchen gibt es Kästen, die nach Münzeinwurf besondere Fresken oder Mosaiken beleuchten (lohnt sich meistens!).
  • Schöne Postkarten sind überall zu erhalten, Briefmarken aber nur in den nicht allzu häufigen Tabakläden (Tabacchi) und dort auch zuweilen ausverkauft. Achtung, in und um den Vatikan werden Vatikan-Briefmarken verkauft, die in der Stadt Rom nicht als Frankierung gelten und teuer sind!
  • Gutes Schuhwerk ist unerlässlich!
Und falls jemand in der Zwischenzeit die Hasen vermisst haben sollte, hier noch das romanophile Foto zum Abschluss:

Livia und Marcellus mit der kapitolinischen Woelfin

Reise nach Rom - Tag V: Freitag

Am Freitag ging es schon wieder zurück - aber der Flieger ging erst am Nachmittag. Zeit genug also, um das Gepäck im Hotel zu parken und noch einmal etwas Schönes zu sehen.

Diesmal waren es die Diokletiansthermen, die sich praktischerweise gleich am Bahnhof Roma Termini (Schnellzug zum Flughafen Fiumicino) befinden. Eigentlich wollten wir nur eben mal kurz in die Kirche gucken, aber dann gingen wir doch auch noch ins Museum, und das füllte dann unsere verbleibende Zeit voll aus.

In einen vergleichsweise kleinen Teil der großen Thermen ist nämlich die Kirche Santa Maria degli Angeli hineingebaut. Dort bekommt man ein wirkliches Gefühl daüfr, wie die antiken Thermen mit Innendekoration gewirkt haben müssen. Das daneben gelegene Museum umfasst den großen, wunderschönen, von Michelangelo gestalteten Kreuzgang und eine tolle Ausstellung - wiederum Statuen und Büsten und vor allem eine große Inschriftensammlung.

Das Museum in den Diokletiansthermen war für uns wirklich die Krönung zum Abschluss, denn es ist ein ganz wunderschöner Ort, die Exponate sind wunderbar präsentiert und die Mitarbeiter des Museums sind sehr freundlich. Das Ticket hätte eigentlich noch für drei weitere Highlights gegolten, aber wir mussten ja noch kiloweise Bücher im Museumsshop kaufen und zusehen, dass wir zum Flughafen kamen. Auf jeden Fall ein Museum zum Wiederkommen und Nochmalgucken!

Reise nach Rom - Tag IV: Donnerstag

Eigentlich hatten wir ja auch vorgehabt, mal ein wenig rauszufahren, zum Beispiel nach Ostia Antica oder zum Museo della Civittà Romana. Aber es gab doch im Zentrum von Rom immer noch soo viel zu sehen - und so verbrachten wir auch den dritten Tag im Zentrum und unsere Liste fürs "nächste Mal" wurde halt immer länger.

Dieser Tag brachte noch einige wichtige Kirchen. Zuerst gingen wir zu Santa Maria Maggiore, einer der Haupt-Wallfahrtskirchen Roms. Danach ging es zuerst ins Baptisterium der Lateranbasilika, dann in die große Lateranbasilika selbst und in den Kreuzgang.
Auch dort sind viele antike Spolien zu finden, ganz besonders hervorzuheben ist das antike Tor zum Senatsgebäude (Curia), das heute im Hauptportal der Lateranbasilika eingebaut ist.

Von dort ging es zu den Caracalla-Thermen. Ein riesiges Areal, von denen noch so viel Gebäude (allerdings weitgehend ohne Innenausstattung) erhalten ist, dass man einen tollen Eindruck von der Größe und Pracht der antiken Badeanlage bekommt.

Danach stiegen wir noch auf den Aventin, um zur Kirche Santa Sabina zu kommen. Eine wunderschöne Kirche aus dem 5. Jahrhundert, leider war die berühmte Holztür nicht zu beischtigen. Aber die Kirche ist auch so schon schön und daneben liegt ein idyllischer kleiner Park mit Orangenbäumen und schöner Aussicht.

Auf dem Rückweg kamen wir noch am Forum Boarium vorbei (zwei schöne Tempel und der Janusbogen). Leider schreckte uns die zu lange Schlange am Bocca della Veritàdavon ab, noch einen Blick in die Kirche Santa Maria in Cosmedin zu werfen, obwohl die sich bestimmt gelohnt hätte.

Alles in allem also ein eher ruhiger Tag *irrekicher*....

Reise nach Rom - Tag III: Mittwoch

Die Glieder ächzten zwar schon etwas, aber wir hatten ja noch einiges vor uns. Zum Beispiel Kolosseum und Foren, die wir eigentlich für einen halben Tag angesetzt haben (höre ich da irgendwo spöttisches Kichern?). Also los zum Kolosseum.

Zuerst ging es allerdings zur Kirche San Clemente al Laterano, eine Art Schichttortenkirche. Der obere Teil stammt aus dem 12. Jahrhundert, darunter befinden sich Reste einer frühchristlichen Kirche und noch darunterer die ursprüngliche kaiserzeitliche Wohnbebauung, von der ein Teil zu einem Mithrasheiligtum umgewandelt wurde. Sehr spannend und unbedingt zu empfehlen!

Bevor wir dann wirklcih ins Kolosseum gingen, kletterten wir noch kurz auf den benachbarten Hügelrand, wo die Trajansthrermen und vor allem die Domus Aurea (Palast des Kaisers Nero, leider nicht zu besichtigen und komplett abgesperrt, aus gutem Grund) stehen.

Dann hinein ins Kolosseum und den Koloss auf mehreren Etagen umrundet - in der oberen Etage ist übrigens noch eine kleine Ausstellung über die Domus Aurea, mit interessanten Rekonstruktionsbildern. Von dort ging es zum Palatin, wo die kaiserlichen Paläste standen. Zunächst kamen wir zur Domus Flavia (flavische Kaiser), dann zum Palatin-Museum (Büsten und Statuen sowie ein Raum zur vorrepublikanischen Bebauung mit Rundhäusern). Danach kamen dann das Haus des Augustus und der Livia (letzeres war nicht zu besichtigen, im Haus des Augustus gibt es erhaltene Wandfresken, man muss aber Schlange stehen, weil immer nur wenige Leute gleichzeitig hereingelassen werden, das Anstehen lohnt sich aber).

Zuletzt ging es dann den Hügel wieder hinab in Richtung der Foren, wobei man recht lange braucht, bis man an vielen Tempeln vorbei zu den eigentlichen Foren, dem Forum Romanum und den Kaiserforen, gelangt. Da war es dann auch pünktlich kurz vor fünf und die Gäste wurden hinauskomplimentiert.

Trotz platter Füße - das Museum in den Trajansmärkten liegt direkt nahebei und hat bis 19 Uhr geöffnet. Also nahmen wir das dann auch noch mit. Es ist ein deutlich moderneres Museum, in den Gewölben des "Kaufhauses" aus der Zeit Kaiser Trajans. Die Ausstellung zeigt Interessantes zur Entstehung und Austattung des Caesar- und des Augustus-Forums, allerdings wiederum praktisch nur Teile von Statuen und Säulen und keine Kleinfunde.

Und danach waren die Füße endgültig megaplatt. Es ist ja schon so gemeint, dass man Colosseum, Palatin und Foren an einem Tag machen soll - der Eintritt gilt für alles zusammen - aber schon dieser Teil ist extrem anspruchsvoll, auch für den nicht so intensiven Betrachter....

Reise nach Rom - Tag II: Dienstag

Endlich Dienstag, also auf ins Museum! Wir kletterten auf den Kapitolshügel, um in die Kapitolinischen Museen zu gehen. Zunächst gingen wir in den Keller, wo man sehr schön die Substruktionen (jawoll...) der antiken Bauten sehen kann und von dort aus auch einen guten Blick über die Foren hat. Dann wieder nach oben in die beiden durch den Kellergang verbundenen Gebäude. Wie gesagt, dieses Museum lohnt sich sehr. wir verweilten vor allem lange Zeit in dem Raum mit den Kaiser-(und Kaiserinnen-)büsten. Auch hier besteht die "Antikensammlung" zum allergrößten Teil aus Skulpturen und Büsten. Nicht immer sind die berühmtesten die besten - wobei der Sterbende Gallier schon ziemlich toll ist - aber die kleine ReEnActress freut sich natürlich immer über interessante Kleidungsdetails, Frisuren oder Schuhe... :-)

Derzeit läuft in den Kapitolinischen auch eine Ausstellung mit Handschriften aus den Archiven des Vatikan mit vielen einzigartigen Exponaten, z. B. Schreiben von Fürsten und Würdenträgern vom Frühmittelalter bis heute an den jeweiligen Papst und historischen Texten. Wir habens weitgehend links liegengelassen, weil wir schon so von den antiken Exponaten in Anspruch genommen waren.

Nach diesem Museum waren wir schon recht plattfüßig, aber wir folgten der Empfehlung und besuchten gleich noch die Kirche Santa Maria in Aracoeli, wo u. a. das Grabmal der heiligen Helena steht (der ursprüngliche Porphyrsarkophag ist allerdings in den Vatikanischen Museen).

Eigentlich hatten wir vorgehabt, "am Nachmittag" noch mal eben die Foren und das Kolosseum anzuschauen, aber irgendwie schien uns das dann doch etwas viel, und da wir eh etwas im Hotel vergessen hatten, gingen wir dann erst dorthin und machten anschließend lieber eine Runde um den Quirinal mit Sant'Andrea al Quirinale, der Markussäule, dem Pantheon (größtes noch vollständig erhaltenes -Definition schwierig - antikes Gebäude) und Santa Maria sopra Minerva .
Und auf dem Rückweg, gerade richtig zur Abendstimmung, nach einem Zwischenstopp bei der besten Eisdiele ever, kamen wir noch an der Fontana di Trevi vorbei.

Ja, ich weiß, wir sind recht belastbar, wenns ums Kulturlatschen geht :-)

Reise nach Rom - Tag I: Montag

Nach einem absolut fantastischen knapp fünftägigen Aufenthalt in Rom möchte ich hier ein paar Eindrücke zusammenfassen. Auch weil ich finde, dass einige Informationen über Rom zwar gut, andere weniger gut zu finden sind. Was soll zum Beispiel die an der Alltagskultur der römischen Kaiserzeit Interessierte mit gefühlten zweihundert Museen anfangen, deren Inhalt mit "Antikensammlung" angegeben wird?

Eigentlich kamen wir ja schon am Sonntag, dem 11. März, nachmittags in Rom an und hatten noch Zeit, nach dem Bezug unseres (reizenden) Hotels einen Spaziergang am Trajansforum zu machen und auch schon die Straße zu "bewundern", die anno Mussolini ziemlich brutal durch die Kaiserforen geschlagen wurde und das Gefühl für die Gesamt-Anlage ziemlich zerstört. Vielleicht denken sich zukünftige Stadtplaner ja noch was Gutes dazu aus.

Am Montag ging es aber dann los. Gleich ein Tipp zu Beginn: Am Montag sind in Rom alle, aber auch wirklich alle Museen (auch die unter freiem Himmel wie die Foren und der Palatin) bis auf die Vatikanischen geschlossen. Es ist nicht ideal, eine Rom-Reise montags zu beginnen. Vielleicht besser den Reisetag auf Montag legen.
Da wir aber nun mal schon da waren, machten wir eine Runde zum und im Vatikan.
Auf dem Weg dorthin schauten wir in die Kirche Il Gesù herein, der Mutterkirche der Jesuiten.
Den Tiber überquerten wir an der Engelsburg. Dort hielten wir uns allerdings nicht auf, sondern wandten uns gleich weiter Richtung Petersplatz.

Dort dann das erste Haupt-Museum: Die Vatikanischen Museen. Ein riesiger Gebäudekomplex in den alten Vatikanspalästen.
Um es gleich zu sagen: Die Sammlungen sind toll, aber wer wenig Zeit hat, sollte auf die Vatikanischen verzichten und lieber in die Kapitolsmuseen gehen. Sehr beeindruckend fand ich die Räume selbst und ihre Ausmalung. Die Antikensammlungen bestehen fast ausschließlich aus Skulpturen und Büsten, außerdem finden sich auf dem Boden große schwarzweiße Mosaiken mit Meerestierdarstellungen aus den Caracalla-Thermen. Die Beschriftung der Exponate ist, wie in fast allen Museen, zweisprachig italienisch-englisch, allerdings in den Vatikanischen Museen eher spärlich vorhanden.

Nach den Vatikanischen Museen (übrigens hatte man uns vor der Schlange dort gewarnt, diese bewegte sich aber recht schnell, so dass wir grad mal 20 Minuten oder so anstehen mussten) ging es natürlich noch in den Petersdom. Der ist schon sehr gigantomanisch. Ansonsten hat er mir nicht wirklich gefallen, es gibt in Rom sehr viel schönere (und meiner unmaßgeblichen Meinung nach auch beeindruckendere) Kirchen.

Schon mit ziemlich platten Füßen bewegten wir uns zurück Richtung Zentrum, hatten aber gerade noch die Kraft, uns auf dem Weg das Marcellustheater anzusehen (da kommt man ohne Eintritt dran).

Trotz fast völliger Erschöpfung trafen wir uns danach mit einem uns aus dem Rheinland bekannten Dominikanerpater, der seit einigen Jahren im Angelicum lehrt. Er zeigte uns die Hochschulgebäude (und ein Stück vom Garten, allerdings war es schon dunkel) und versorgte uns mit einer riesigen Liste Tipps, vor allem zu sehenswerten Kirchen, aber auch anderen schönen Dingen. Vielen Dank auch an dieser Stelle dafür!

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John
Ive learn some excellent stuff here. Certainly worth...
Smithk712 (Gast) - 2014/07/03 12:56
Tolle Infos
Danke für die tollen Infos. Da weiß ich...
Isabel (Gast) - 2013/05/15 11:15
ooops
das erklärt einiges... mich nerven die verwahrlosten...
irka (Gast) - 2012/04/11 21:48
Mensch muss immer nachschauen
Es gibt wohl wirklich keine Benachrichtigungen von...
comusywa - 2012/03/21 15:11
Reise nach Rom - Essentials
So, hier noch einige wichtige zusammenfassende Bemerkungen...
lunula - 2012/03/18 15:59

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Zuletzt aktualisiert: 2015/09/26 10:26

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