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Donnerstag, 9. Juli 2009

Vermittlung von Vergangenheit - Teil II: Modul Gesellschaft

So, nun die Fortsetzung hiervon...

Um beim Ende anzufangen, ich habe durchaus Hemmungen, hier zu berichten, was im Modul Gesellschaft diskutiert wurde. Wir haben nämlich am Schluss einen gemeinsamen Text erarbeitet und abgestimmt, der, sobald er veröffentlicht ist, sozusagen das "offizielle" Dokument dieses Moduls sein wird.

Da in den einschlägigen Foren jetzt schon zu sehen ist, dass die Berichte über die Tagung sehr genau gelesen werden und bei ungenauen Formulierungen oder bestimmten Reizwörtern die Emotionen sehr schnell hochkochen (das ist vielleicht ganz normal, zeigt es doch, mit welchem Engagement viele Leute dabei sind), habe ich jetzt die Befürchtung, dass eine Formulierung von mir hier zu Konflikten führt und das dann auf den Tagungs-Organisatoren runterkommt. Was ich unbedingt vermeiden will.

Also, Disclaimer: Der DASV ist der einzige, der Im Besitz des wirklich beschlossenen Ergebnisses ist. Und ich werde hier nur mal kurz aufzählen, welche Themen angesprochen wurden, und keine Ergebnisse bekannt geben.

Im Modul waren die beiden ReferentInnen Habsburg-Lothringen und Schuppener - leider nur bis Samstag Abend - anwesend, außerdem einige "Museumsleute" und viele Archäologiestudenten. LH-ler waren nur drei dabei.

Themen:
  • Museen im politischen Kontext - Einflüsse durch Museumsförderung von Staat (auch EU) und Wirtschaft, Abhängigkeit von Besucherzahlenstatistiken
  • ein Museum kann nie "unpolitisch" sein
  • Definition eines eigenen Profils durch die Museen selber, davon abhängig dann die Frage des Vermittlungskonzepts
  • Besondere Autorität von Museen - was im Museum gezeigt wird, wird vom Besucher als "wahr" wahrgenommen
  • Rolle historischer Bilder bei der Stiftung von Identität - auch der Identität von LH-Gruppen
  • Probleme des Zeigens von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen am Originalfund und in der LH-Rekonstruktion
  • Verantwortung von Museen, gerade (aber nicht nur) beim Einsatz von LH vorhandene Klischees (z. B. vom heldenhaften, wilden Germanen) nicht auch noch zu verstärken
Hier noch ein persönlicher Eindruck: Ich glaube, dass "beide Seiten" (wenn man denn nun zwei Seiten sehen will) noch sehr wenig voneinander wissen. Ich habe bei vielen Teilnehmenden eine große Offenheit und Neugier auf "uns" LHler gespürt, das zeigte sich auch an Fragen in unserem Modul. Ich glaube, dass die ganze Bandbreite der Gruppen und Darsteller - von dem, wie sie sich selber sehen, und von dem, was sie einem Museum bieten können - , noch gar nicht so richtig bekannt ist.

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